April, April... Willkommen im neuen Monat!
Und ich wünschte ich könnte über dieses Thema scherzen, aber das folgende ist ziemlich ernst.
Ich liebe Argentinien, ich bin stolz & glücklich über alles was ich erlebt habe, meine Reisen & Erfahrungen, aber einige Sachen hier laufen auch ziemlich verkehrt.
Am Anfang meines Blogs habe ich schon einige meiner Probleme mit der ersten Familie geschildert, seien es Ameisen überall, ein zerbrochenes Bett, altes Essen oder was weiß ich.
Diese Familie hat mich über 6 Monate lang unmenschlich behandelt & nach mir auch noch zwei andere Mädchen.
Und obwohl ich gerade richtig glücklich bin, hier in meiner 2. Familie ist es Zeit daran zu denken was passiert wenn ich wieder wechseln muss.
Der 10. Mai ist dafür vorgesehen & da sie wie gesagt hier keine Familien für mich haben, was allerdings von Rotary versprochen wurde, müsste ich wieder zurück zu Pellegrinis.
Tja, das ist für mich fast unglaublich, aber ich kämpfe schon seit Dezember darum dies zu vermeiden.
Das Rotary hier ist eine Katastrophe & es heisst nur immer, pass dich an oder flieg zurück in dein Land. Ich habe in diesem Jahr gelernt mich an viele Dinge anzupassen & auch gelernt, dass man manches einfach so hinnehmen muss, weil man es nicht ändern kann, doch es gibt Sachen, an die will und kann ich mich nicht anpassen, weil sie ganz einfach inakzeptabel sind. Sei es Argentinien oder Österreich oder iein anderes Land dieser Welt!
Ich will in keinem Haushalt leben wo der Vater die Mutter mit Sachen beschimpft wie, du Hure, Schlampe, bist krank im Kopf uvm... und das so laut durch das Haus schreit, dass es unünerhörbar ist.
Ich kann in keiner Familie leben in der weder Interesse für mich noch mein Land herrscht, in dem mir nichts beigebracht & so gut wie nie mit mir gesprochen wird. Ich wurde verachtet, und wie ein zweite Klasse Mensch behandelt. Lange habe ich gebraucht um meinen Selbstwert wieder herzustellen, mir iwie bewusst zu machen, dass das doch alles nicht meine Schuld ist & auch wenn es Stück für Stück voran geht, werde ich noch einige Zeit brauchen, denke ich.
Ich bin ein Mensch, ein Mensch mit Rechten & verabscheue Gewalt, Diskrimierung sowie Ignoranz sei es gegenüber anderen Kulturen oder schlicht & einfach seinem Nächsten!
Mein Vater soll vor einigen Jahren ein Mädchen missbraucht haben... sagen sie in der Stadt & obwohl ich kein Freund von Gerüchten bin, frage ich mich wie man dort Austauschmädchen hinschicken kann?! Er ist Kinderarzt.. sie Kinderärztin.. eine kleine perfekte Familie, nach außen hin, doch wenn sich die Türen schließen sieht das alles ganz anders aus.
Es ist schon gut so ein Jahr um zu sehen, wie es so ist Teil einer anderen Familie zu sein, welche Regeln es gibt & wo die Grenzen aufgezeigt werden.
Ich meine ernsthaft, wann im Leben hat man dazu eine Chance, wenn nicht in genau so einem Austauschjahr? Das ist wahnsinnig interessant ich sags euch, die verschiedenen Rollen der Personen in der Familie unterscheiden zu können, die Analyse der zwischenmenschlichen Beziehungen sowie die Faktoren mit denen das heile Familienglück ins Wanken kommen könnte!
Wie auch immer wollte ich sagen, dass ich grade im Brennpunkt bin, ich kämpfe & kämpfe, mit Maren an meiner Seite, bin dabei dutzende Beschwerdebriefe zu schreiben, die Unterstützung meiner Eltern ist mir sicher & auch das Rotary Österreich ist schon informiert.
Wie das alles weitergeht, fragt mich nicht, aber ich habe die Hoffnung nie aufgegeben, dass man das bekommt was man will, wenn man nur hart genug dafür arbeitet!
Schritt für Schritt, Stück für Stück.. Alles wird gut!
"Wenn der Vorhang fällt blick hinter die Kulissen,
die Bösen sind oft gut & die Guten sind gerissen,
geblendet vom Szenerio erkennt man nicht,
die wahren Dramen spielen hinterm Rampenlicht"
xx
Paulina

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